Meine Themen

Auf dieser Seite findest Du einen ausführlichen Überblick über meine drei Kernthemen, die ich politisch umsetzen möchte.
Dabei liegen mir die Stärkung der Kinder- und Jugendhilfe digitale Souveränität und Digitalisierung und das Thema Mobilität im ländlichen Raum besonders am Herzen.

Kinder- und Jugendhilfe

Kinder, Jugendliche und Familien, die Unterstützung brauchen, haben oft keine starke Lobby. Genau deshalb müssen ihre Interessen politisch besonders sichtbar sein.

Die Kinder- und Jugendhilfe ist für mich ein echtes Herzensthema. In den kommenden Jahren stehen große Veränderungen an – mit der inklusiven Kinder- und Jugendhilfe und der Reform der Strukturen im SGB VIII. Diese Veränderungen möchte ich mit meiner beruflichen Erfahrung aktiv mitgestalten – damit auch in Zukunft jedes Kind, jeder Jugendliche und jede Familie eine gute, verlässliche und individuelle Hilfe erhält.

Ich kenne dabei beide Seiten: die konkrete Arbeit mit Menschen und die Strukturen, die diese Arbeit ermöglichen – oder manchmal unnötig kompliziert machen. Heute beschäftige ich mich unter anderem mit Personal, Betriebserlaubnissen sowie Leistungsvereinbarungen mit Jugendämtern und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe.

Gerade deshalb weiß ich, wie wichtig klare Zuständigkeiten, verlässliche Finanzierung und funktionierende Strukturen sind. Gleichzeitig erlebe ich, wie schnell Systeme so komplex werden können, dass der Blick für die konkrete Lebensrealität von Kindern, Jugendlichen und Familien verloren geht.

Strukturen müssen einfacher, Zuständigkeiten klarer und besser gebündelt werden. Wenn mehrere Stellen beteiligt sind, darf das nicht dazu führen, dass Verantwortung hin- und hergeschoben wird oder Entscheidungen unnötig lange dauern. Wo Zuständigkeiten sinnvoll zusammengeführt werden können, sollten wir das tun. Gleichzeitig brauchen Fachkräfte und alle Beteiligten im System mehr Spielraum für gute Entscheidungen im Einzelfall – und dafür braucht es auch mehr Vertrauen in ihre fachliche Kompetenz und Verantwortung.

Nicht jede gute Lösung lässt sich vollständig vorab in Verfahren und Standards festschreiben.
Genauso wichtig ist für mich eine gute Qualitätssicherung – bei freien wie bei öffentlichen Trägern. Dabei geht es nicht automatisch darum, immer mehr Geld ins System zu geben. Entscheidend ist auch, wie Mitarbeitende unterstützt werden: durch gute Einarbeitung, fachliche Begleitung, Fortbildung, verlässliche Ansprechpersonen und Rahmenbedingungen, die professionelles Arbeiten ermöglichen. Wer in einem anspruchsvollen Arbeitsfeld Verantwortung trägt, braucht auch selbst Unterstützung und Entwicklungsmöglichkeiten.

Vor welchen Herausforderungen Fachkräfte stehen, zeigt sich jeden Tag: Pflegefamilien warten auf notwendige Vollmachten, Ansprechpartner wechseln, Entscheidungen ziehen sich hin und Mitarbeitende in Jugendämtern oder Vormundschaften haben häufig so viele Fälle, dass persönliche Kontakte kaum noch in dem Umfang möglich sind, wie es eigentlich nötig wäre.
Das ist kein Vorwurf an einzelne Mitarbeitende. Ich erlebe in der Regel sehr engagierte Menschen. Das Problem sind häufig die Bedingungen – fehlende Unterstützung und Strukturen, die das stabile Gerüst bilden in denen man gut arbeiten kann. 

Genau hier möchte ich politisch ansetzen. Reformen müssen dazu beitragen, Hilfen verlässlicher, Zuständigkeiten klarer und Verfahren einfacher zu machen. 
Die Reform bietet eine große Chance, Zuständigkeiten zu vereinfachen und Hilfen besser miteinander zu verzahnen. Aber sie darf nicht zur Sparreform auf Kosten des individuellen Hilfeanspruchs werden. Infrastruktur kann individuelle Hilfen nur dann ersetzen, wenn sie auch tatsächlich vorhanden, qualitativ gut und für das einzelne Kind geeignet ist.

Diese Chance möchte ich nutzen und mit meiner Erfahrung mitgestalten, denn am Ende muss die entscheidende Frage lauten:
Was braucht dieses Kind?
Und nicht zuerst: Welche vorhandene Lösung können wir ihm anbieten?
Wer Verantwortung für ein Kind trägt, muss auch die Zeit, die Unterstützung und die Möglichkeiten haben, dieser Verantwortung gerecht zu werden.
 

Digitale Souveränität und Digitalisierung

Unsere digitale Zukunft darf nicht von wenigen internationalen Konzernen abhängig sein.
Digitale Souveränität bedeutet für mich nicht, dass wir keine Cloud nutzen dürfen oder uns digital abschotten. Es bedeutet, Abhängigkeiten zu kennen, Alternativen zu haben und bewusst entscheiden zu können.

Wir haben im Energiesektor erlebt, welche Folgen einseitige Abhängigkeiten haben können. Auch bei unserer digitalen Infrastruktur müssen wir deshalb darauf achten, dauerhaft handlungsfähig zu bleiben. Nordrhein-Westfalen hat hier bereits Schritte unternommen. Ein Blick nach Schleswig-Holstein zeigt aber auch, dass noch mehr möglich ist: Der Staat kann seine digitale Infrastruktur stärker selbst gestalten, offene Standards nutzen und Abhängigkeiten reduzieren.

Für mich gehört dazu auch der Grundsatz: Public Money – Public Code. Wenn öffentliche Gelder in die Entwicklung von Software fließen, sollten die daraus entstehenden Lösungen möglichst auch öffentlich nutzbar und weiterentwickelbar sein.

Digitalisierung ist für mich aber kein Selbstzweck. Sie muss den Alltag der Menschen einfacher machen. Gerade im ländlichen Raum kann sie Wege sparen und den Zugang zu Behörden und öffentlichen Dienstleistungen erleichtern. Voraussetzung ist, dass digitale Angebote einfach, sicher und barrierefrei funktionieren – und niemand dabei zurückgelassen wird.

Kommunale Selbstverwaltung und die Möglichkeit, vor Ort eigene Lösungen zu entwickeln, sind wichtig. Gleichzeitig müssen wir uns gerade bei digitaler Infrastruktur fragen:
Wo schafft Vielfalt gute Lösungen – und wo produziert sie vor allem Mehrarbeit, zusätzliche Kosten und immer wieder dieselben Entwicklungen?

Nicht jede Kommune muss das gleiche digitale Problem neu lösen. Nordrhein-Westfalen sollte deshalb Kommunen stärker unterstützen, gemeinsame Standards schaffen und digitale Lösungen entwickeln, die sich vor Ort einfach einsetzen lassen.

Ich möchte, dass NRW bei der Digitalisierung stärker selbst gestaltet: mit mehr digitaler Souveränität, weniger unnötigen Abhängigkeiten und digitalen Angeboten, die für alle Menschen leicht zugänglich sind.

Mobilität im ländlichen Raum

Mobilität für alle im ländlichen Raum
Wer auf dem Land lebt, braucht echte Wahlmöglichkeiten – bezahlbar, sicher und verlässlich.

Ein Schwerpunkt ist für mich die Mobilität im ländlichen Raum. Gerade hier erleben wir bei Planungen noch immer eine starke Ausrichtung auf den Autoverkehr. Andere Mobilitätsformen wie Radverkehr, Fußverkehr oder der öffentliche Nahverkehr werden häufig nicht gleichwertig mitgedacht. Das zeigt sich aus meiner Sicht auch dort, wo Straßen sehr großzügig ausgebaut werden, während sichere Wege für Radfahrende und Fußgänger nicht im gleichen Maße ausgebaut werden.

Dabei entscheidet Mobilität ganz konkret über Teilhabe: darüber, ob Menschen sicher zur Schule, zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen kommen. Deshalb braucht es eine Verkehrsplanung, die alle berücksichtigt – Autofahrende ebenso wie Menschen, die mit dem Rad, zu Fuß, mit Bus und Bahn oder mit Mobilitätseinschränkungen unterwegs sind.

Das BüLaMo-Projekt im Kreis Coesfeld hat gezeigt, wie neue Mobilität im ländlichen Raum aussehen kann: mit schnellen Busverbindungen, On-Demand-Angeboten, Carsharing und Mobilstationen, die verschiedene Verkehrsmittel miteinander verknüpfen. Solche Projekte zeigen, was möglich ist – sie brauchen aber auch eine verlässliche Perspektive und Förderung über die Projektphase hinaus.
Für eine dauerhafte Fortführung müssen Land NRW, Kreis Coesfeld, die Stadt Münster und die beteiligten Kommunen an einem Strang ziehen. Gute Mobilität endet nicht an Verwaltungsgrenzen. Deshalb braucht es eine gemeinsame und verlässliche Lösung, bei der Zuständigkeiten, Finanzierung und Angebot miteinander abgestimmt werden.

Politik muss dabei auch verlässlich sein. Wenn eine Evaluation zugesagt wurde, muss sie auch stattfinden und transparent ausgewertet werden. Nur so lässt sich nachvollziehen, welche Angebote funktionieren, wo nachgebessert werden muss und was dauerhaft weitergeführt werden sollte.

Zu einer guten Mobilität gehören für mich auch durchgehende und sichere Radwege, sichere Querungen und eine Verkehrsplanung, die die Sicherheit von Fußgänger sowie Radfahrenden deutlich erhöht.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist für mich ein kostenloser öffentlicher Nahverkehr für alle unter 18 Jahren in NRW. Ob zur Schule, zur Ausbildungsstelle, zum Sport oder zu Freund:innen: Junge Menschen müssen selbstständig mobil sein können, ohne dass ihre Möglichkeiten vom Geldbeutel der Eltern abhängen.

Gleichzeitig machen wir Bus und Bahn für junge Menschen früh zu einer selbstverständlichen Alternative zum Auto. Das stärkt den öffentlichen Nahverkehr, erleichtert klimafreundliche Mobilität und kann zugleich Bürokratie abbauen, weil aufwendige Antrags- und Genehmigungsverfahren für Schülertickets entfallen können.

Ob du in NRW mobil bist, darf nicht vom Geldbeutel deiner Eltern abhängen.
Zukunftsfähige Mobilität bedeutet für mich nicht, das Auto zu verdrängen. Es bedeutet, echte Alternativen zu schaffen und unterschiedliche Mobilitätsformen gleichberechtigt und sicher zu planen.

Das war jetzt viel Input, oder?
Auf dieser Seite habe ich meine konkreten Forderungen nochmal kurz und übersichtlich zusammengefasst.

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